Cube-Tec @ JTS 2026

Cube-Tec wird am Joint Technical Symposium (JTS) 2026 teilnehmen, das vom 3. bis 4. März 2026 in Canberra, Australien, stattfindet.

In diesem Jahr wird Jörg Houpert (Cube-Tec) eine technische Fallstudie präsentieren: „Die Inspektion und Digitalisierung von 100.000 Filmrollen – Interessante Erkenntnisse und nächste Schritte“

Während weltweit jedes Jahr nur ein kleiner Teil analoger Filmsammlungen digitalisiert wird, altert der Großteil weiterhin unbemerkt in Archivregalen, bis ein Zugang schließlich nicht mehr möglich ist. Die Präsentation zeigt, wie große Filmsammlungen innerhalb weniger Jahre inspiziert und digitalisiert werden können, durch die Erstellung durchgängiger digitaler Sichtkopien (Edge-to-Edge) und weitgehend automatisierter Zustandsberichte. Diese Berichte dokumentieren physische Alterungsprozesse und Schäden in maschinenlesbarer Form und ermöglichen so eine bessere Erhaltungsplanung, Sammlungsanalyse sowie optimierte Lagerstrategien. Darüber hinaus werden neue Methoden zur Szenenvergleichsanalyse, Versionsanalyse und lokalen, KI-basierten Inhaltserschließung vorgestellt bei vollständiger Wahrung der Datensouveränität. Praxisnahe Anwendungsbeispiele werden ebenfalls präsentiert.

Treffen Sie Cube-Tec auf der JTS 2026 - Nutzen Sie die Gelegenheit, das Cube-Tec-Team persönlich kennenzulernen und sich über Filminspektion, audiovisuelle Digitalisierung und Erhaltungsstrategien auszutauschen.

Das Joint Technical Symposium ist ein zweitägiges internationales Forum, das Fachleute aus Archiven, Bibliotheken und technischen Dienstleistungsunternehmen zusammenbringt, um aktuelle Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen in der audiovisuellen Bestandserhaltung zu diskutieren. Organisiert vom Coordinating Council of Audiovisual Archives Associations (CCAAA), fördert es den Austausch von technischem Wissen und praktischen Erfahrungen über Formate und Disziplinen hinweg. Expertinnen und Experten aus aller Welt kommen zusammen, um Fortschritte und Erkenntnisse zur Erhaltung und Verwaltung audiovisueller Sammlungen zu teilen. Das National Film and Sound Archive of Australia wird das Joint Technical Symposium 2026 ausrichten und damit die langjährige Tradition internationaler Zusammenarbeit fortsetzen.

Weitere Details zum Programm finden Sie auf der offiziellen Website der JTS 2026 website.


Nutzen Sie die Gelegenheit, mit dem Cube-Tec Team persönlich zu sprechen.
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Es folgt eine Zusammenfassung des Vortrags von Jörg Houpert:

Die Inspektion und Digitalisierung von 100.000 Filmrollen – Interessante Erkenntnisse und nächste Schritte

In den letzten Jahren haben nur wenige der großen Filmarchive jährlich mehr als ein Prozent ihrer Bestände digitalisiert. Gleichzeitig wachsen ihre analogen Filmbestände weiter an. Setzt sich diese Entwicklung fort, wird es in den nächsten hundert Jahren keinen Zugang mehr zum heutigen analogen Filmerbe geben. Dies bedeutet auch, dass nur wenige ausgewählte analoge Filme überleben werden, während alle anderen unersetzlichen Materialien aufgrund fehlender Ressourcen und Aufmerksamkeit langsam in den Regalen verfallen.

Der Vortrag zeigt, wie insbesondere bei großen Filmsammlungen jede einzelne Filmrolle innerhalb weniger Jahre zu konservatorischen Zwecken untersucht werden kann. Die daraus entstehende durchgängige digitale Sichtkopie (Edge-to-Edge) in nahezu 2K-Auflösung visualisiert den aktuellen Erhaltungszustand. Die Größe der Videodateien ermöglicht einen einfachen Zugriff über das Netzwerk. Für die Sichtung wird das analoge Archivmaterial nicht mehr benötigt.

Ein detaillierter Zustandsbericht wird weitgehend automatisch erstellt. Der Bericht zeigt klar Defekte und Unzulänglichkeiten auf: Zersetzung durch Essigsäuresyndrom, Farbverblassung, Schrumpfung, Austreten von Weichmachern, Schimmelbefall. Zeitbasierte Ereignisse wie fehlerhafte Klebestellen, Kratzer, beschädigte Perforationen usw. werden mit hochauflösenden Vorschaubildern dokumentiert. Der Zustandsbericht eignet sich zudem zur Ermittlung des erforderlichen Aufwands für die physische Erhaltung.

Die maschinenlesbaren Daten des Zustandsberichts werden in das Sammlungsmanagementsystem des Auftraggebers integriert und für Suche sowie statistische Analysen genutzt. Die ermittelten Kennzahlen zur Filmdegradation können in ein Open-Source-Risikomodell für die Erhaltung von Kinofilm eingebunden werden, sodass die Filmdosen noch gezielter gelagert werden können. Dies ermöglicht eine drastische Reduzierung der Energiekosten bei gleichzeitig besserem Schutz der Materialien. Zudem wird eine neue Methode vorgestellt, mit der sich nahezu identische Szenen in Hunderttausenden von Filmrollen erkennen lassen.

Dies wird es künftig erheblich erleichtern, selbst kleinste Unterschiede zwischen mehreren Versionen von Filmelementen zu finden und diese Bild für Bild zu vergleichen. Bei der Erforschung von Filmgenerationen unterstützt die Methode außerdem die materialbasierte Rekonstruktion von Genealogien mit allen Varianten, Schnitten und Ergänzungen. Dank KI-Technologien ist eine tiefgehende Inhaltserschließung endlich Realität. Für viele Archive ist es jedoch wichtig, die Datensouveränität zu wahren und die Prozesse lokal zu betreiben. Praxisnahe Anwendungsbeispiele werden präsentiert.


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